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Sackgassendorf:  
 
um eine Sackgasse angeordnete Dorfanlage, die durch mindestens zwei Gehöfte am Gassenende abgeschlossen wird.
 
Säkularisation:  
 
Verwandlung einer Sache oder einer Person aus einer geistlichen in eine weltliche, vor allem seit der frühbürgerlichen Revolution für die Enteignung von Kirchenbesitztümern und die Zurückdrängung des Einflusses des Klerus gebraucht. (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 383)
 
Sasse:  
 
Einschnitt im Holz, in den sich ein Teil eines anzufügenden Holzes einpaßt.
 
Saumschwelle:  
 
siehe Schwelle/Schwellenkranz.
 
Schaubendeckung:  
 
Deckart für Reet und Stroh, bei der die Bunde ungeöffnet/geschlossen bleiben und mit den Rispen oder Ähren nach unten auf dem Dach festgebunden sind.
 
Scheffelmaß:  
 
Hohlmaß, flache Mulde mit gestrichenem Inhalt. 1 Scheffel Roggen=80 Pfund, 1 Scheffel Hafer=46 Pfund, 1 Scheffel Gerste=56 Pfund. 1 Scheffel=16 Metzen. 1 Malter Getreide=12 Scheffel. 1 Wispel=24 Scheffel.
 
Scheuneflur:  
 
Brandenburgische Bezeichnung für den Flur in der Scheune, in den die Wagen einfahren und auf dem gedroschen wurde, sonst Tenne genannt.
 
Schleppdach:  
 
Nebendach, das mit Hilfe zusätzlich aufgeschobener Sparren gewonnen wird. (K. Baumgarten, Das Bauernhaus in Mecklenburg, 1965, S. 88)
 
Schlot:  
 
trichterförmiger Rauchabzug über der Schwarzen Küche, zunächst aus Fachwerk mit Lehm, später aus Backstein.(W. Radig, Das Bauernhaus in Brandenburg und im Mittelelbegebiet, 1966, S. 56)
 
Schlupftür:  
 
in einem Tor zusätzlich eingebaute Tür, die ein Betreten der Scheune ermöglicht, ohne daß dazu das Tor geöffnet wird.
 
Schnitterkaserne:  
 
Unterkunft für Saisonarbeiter.
 
Schrotbohle:  
 
etwa 13 bis 16 cm dicke Bohle, aus der die Wände errichtet wurden.
 
schroten:  
 
trennen von Holz in einer alten Technologie mit Schrotsäge (etwa 2 m lange, von 2 oder 3 Männern gehandhabte, grobzähnige Säge).
 
Schuh:  
 
unten angesetzter Teil eines stehenden Holzes, Reparaturstück.
 
Schulze:  
 
in der Mittelmark während des Feudalismus rechtlich besser gestellter und mit mehreren nicht abgabepflichtigen, sogenannten Freihufen ausgestatteter Bauer, der verpflichtet war, im Bedarfsfalle der Dorfherrschaft ein Pferd zu stellen, für die pünktliche Entrichtung der Abgaben aller Dorfbewohner zu sorgen und innerhalb der Dorfgemeinschaft auftretende Streitigkeiten zu schlichten, es ist zu unterscheiden zwischen Lehnschulzen, die häufig anstelle eines Adelssitzes im Ort existieren, und Setzschulzen, die durch die Dorfherrschaft in ihr Amt eingeführt wurden. (H.J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 383)
 
Schulzengericht:  
 
gegen verschiedene rechtlich und ökonomische Vergünstigungen von der Dorfherrschaft erteilte Pflicht des Schulzen, in Bagatell- und Streitfällen innerhalb der Dorfgemeinschaft - etwa im Zusammenhang mit den sich aus dem Flurzwang ergebenen Arbeiten - Recht zu sprechen. (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 383)
 
Schüttboden:  
 
Geschoß zum Lagern, speziell zum Ausschütten von gedroschenem Korn.
 
Schüttebrett:  
 
temporär genutztes, ca. 80 cm hohes Brett, das beim manuellen Dreschen den Scheuneflur in der Torebene verschließt.
 
Schwalbenschwanz-Verbindung:  
 
Form der Verblattung
 
Schwarze Küche:  
 
seit Ende des 17.Jh., vor allem im 18. Jh. bis in das 19. Jh. im Zentrum des Hauses gelegener, fensterloser, meist quadratischer, gemauerter Herdraum, dessen Außenwände sich nach oben trichterförmig zu einem Anfangs aus Lehmfachwerk, später aus ungebrannten, luftgetrockneten Lehmsteinen oder Ziegelsteinen errichteten Rauchschlot verjüngen, in dem z.T. Räuchereinrichtungen vorhanden waren, von hier aus wurde der Hinterladerofen der Stube mit bedient (und soweit vorhanden der Backofen). In der Mark Brandenburg sowohl bei den märkischen Längsflurhäusern als auch bei den mitteldeutschen Ernhäusern vorkommend. (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 383)
 
Schwelle:  
 
unten liegendes, wandtragendes Kantholz (im Gegensatz zum oberen Abschluß des Rähms), in das die Ständer/Stiele und Streben eingezapft werden, Grundschwelle auf Boden oder Sockelmauer, Stock- (auch Saum)schwelle auf den Deckenbalken im Stockwerkbau, Stuhlschwelle als Unterlagsholz für Dachstuhlsäulen, Sparrenschwelle. (K. Bedahl, Historische Hausformen, 1978, S.49)
 
Schwelle-Rähm-Strebe:  
 
schräggestelltes, versteifendes Holz zur Aufnahme von Druckkräften.(W. Radig, Das Bauernhaus in Brandenburg und im Mittelelbegebiet, 1966, S. 16)
 
Schwibbogen:  
 
offener Herd, der seitlich und oben von einem funkenfangendem Rundbogen überwölbt ist, der Rauch kühlt hier ab und zieht (noch immer ohne Rauchschlot bzw. Schornstein) in das DG.(K. Bedahl, Historische Hausformen, 1978, S.96)
 
Senkbalken:  
 
bei der 'Versenkung' (tiefer gelegte Decke) auf die Riegel gelegte Balken.
 
Separation (Gemeinheitsteilung, Flurbereinigung):  
 
Absonderung, Trennung, Flurbereinigung, hier: Stellenweise bereits im 18. Jh. begonnene, i.allg. aber erst nach 1815 durchgeführte Zusammenlegung der einzelnen Grundstücke eines Besitzers, zusammen mit der Aufteilung des dörflichen Gemeinbesitzes (der Gemeinheitsteilung), der Ablösung der Feudallasten und der Neuregelung der Gerechtigkeiten wesentlicher Bestandteil der bürgerlichen Agrarreformen, in deren Folge entstanden viele Büdnerstellen.(H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 383)
 
Siedlungsform:  
 
setzt sich aus Dorfform und Flurform zusammen.
 
Sparren:  
 
schräg vom First zur Traufe verlaufende Dachhölzer des Sparrendaches, die die Dachlattung und die Dachhaut tragen, paarweise zusammengefaßt bilden sie mit dem waagerechten Dachbalken ein unverschiebbares Dreieck, ist das Sparrenpaar durch Kehlbalken oder Stuhlgerüst ausgesteift, spricht man von Bundgespärren, sonst von Leergespärren.
 
Sparrendach (ohne Dachstuhl):  
 
Dachkonstruktion (bei kurzen Spannweiten), bei der zwei Sparren und ein Dachbalken zu einem unverschieblichen Dreieck zusammengefügt sind. (Binder): Am First und am Fuß müssen diese gegen horizontal wirkende Kräfte des Sparrenschubs geschützt werden, zunächst 'verblattet', später ein'gezapft' in den Dachbalken.(Ahnert/Krause, Typische Baukonstruktionen von 1869-1960, S. 213)
 
Sparrenfuß:  
 
unterer Teil des Sparrens, mit dem er auf einem Balken oder einer Sparrenschwelle steht.
 
Sparrenschwelle:  
 
(Fußpfette), Schwelle als Grundlage der Sparren, wenn diese nicht auf den Deckenbalken fußen.
 
Spitzsäule:  
 
eine verkürzte Firstsäule, vom Dachbalken bis zum First (ohne Firstpfette) reichende Säule, die Sparren liegen an oder auf der Spitzsäule und sind miteinander durch Holznägel verbunden (jünger als Mittelsäule), Spitzsäulen sind in den Sparrendächern von Hauptgebäuden mit Quer- als auch Längsgliederung eingebaut worden, ebenso in den Nebengebäuden.(W. Radig, Das Bauernhaus in Brandenburg und im Mittelelbegebiet, 1966, S. 31)
 
Spundung:  
 
der Nut und Feder-Verbindung ähnliche Verbindung von Brettern und Bohlen, bei der ein Holz mit einem aus dem vollen Holz gearbeiteten Falz in die Nut des anderen Holzes greift.
 
Stake:  
 
schmales mit dem Beil zugeschlagenes stabiles Holz zum Aufbau einer Stakung.
 
Stakung:  
 
zumeist in Nuten und Löcher zweier gegenüberliegender Fachwerkhölzer/Riegel eingesteckte Spalthölzer (Halbierung von etwa 7-12 cm starken Baumstämmen), die mit Weiden- oder Haselruten umflochten und mit einem ein- oder zweiseitigen Stroh-Lehm-Gemisch umgeben werden oder mit lehmgetränkten Strohzöpfen umflochten und ein- oder zweiseitig mit Lehmbewurf versehen wurden, um die Gefache auzufüllen.
 
Ständer:  
 
auf einer Schwelle stehendes, durchlaufendes Holz in der 1,5- bzw. 2,0-geschossigen Wandkonstruktion (Geschoßbau), das oben mit dem Rähm verbunden ist, Eckständer an der Hausecke, Feldständer in der Wand, Bundständer an einer eingebundenen Innenwand.
 
Ständerbau/Wand-ständerbau:  
 
veraltete bzw. ungenaue Bezeichnung für Geschoßbau, bei der mehrgeschossige Ständer die Außenwand bilden.
 
Ständerbohlenbau (Bohlenständerbau):  
 
Wandkonstruktion, bei der zwischen die tragenden und lotrechten (mit einer Nut versehenen) Ständer waagerecht Bohlen eingefügt werden.
 
Ständerwerk:  
 
Fachwerkkonstruktion ohne Riegel.
 
Stichbalken:  
 
Balken, quer zur Balkenlage liegend, der an einem Ende mit einem Deckenbalken verbunden ist und am anderen Ende auf einer Wand ruht.
 
Stiel:  
 
lotrechtes Holz in einer Fachwerkwand (Stockwerksbau) zur Unterteilung der Wandfelder oder Begrenzung einer Öffnung: Fensterstiel, auch Beiständer.
 
Stirnbalken:  
 
waagerechtes und profiliertes Kantholz im Traufbereich vor den Dachbalken, mit Holznägeln oder Winkeleisen an diesen befestigt.
 
Stockwerk:  
 
Nutzebene im Stockwerkbau durch selbstständige Abzimmerung.
 
Stockwerksbau:  
 
Fachwerkbauweise, bei der die einzelnen Etagen (Stockwerke) als selbständige Gerüste zwischen Stockschwelle und Rähm abgebunden und übereinandergestellt werden, die Stiele haben nur Stockwerkhöhe, veraltet auch Rähmbau, zum Unterschied vgl. Geschoßbau.(K. Baumgarten, Das Bauernhaus in Mecklenburg, 1965, S.95)
 
Straßendorf:  
 
durch eine einzige, gerade oder leicht geschwungen verlaufende, stets aber das gesamte Dorf durchlaufende Straße mit dicht aneinanderliegenden Höfen geprägte Siedlung ohne platzartige Erweiterung, so daß auch die Kirche und andere Kommunalbauten in der Flucht der Gehöfte angelegt werden mußten, die zugehörige Flureinteilung war vielfach die Gewannflur mit Flurzwang. (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 384)
 
Strebe:  
 
schräggestelltes, versteifendes Holz zur Aufnahme von Druckkräften, zumeist eingezapft, ältere Form angeblattet, man unterscheidet Fußstrebe (von Schwelle zum Ständer), Kopfstrebe (vom Ständer zum Rähm), Ständer oder Querstrebe (von einem Ständer zum nächsten Ständer), Jochstrebe oder Langstrebe (von Schwelle zum Rähm).).(W. Radig, Das Bauernhaus in Brandenburg und im Mittelelbegebiet, 1966)
 
Streifen:  
 
Beeichnung für Parzellen, deren Länge 50 bis 2000 Meter oder über 10 Kilometer betragen (Kurz- und Langstreifen). Streifenparzellen befinden sich gruppenweise oder parallel nebeneinander. In Brandenburg sind seit dem Mittelalter Breitstreifen in Form von Waldhufen, Marschhufen oder Moorhufen verbreitet.
 
Streusiedlung:  
 
leitet ihren Namen von der verstreuten Lage der einzelen Gehöfte ab.
 
Stube:  
 
heizbarer Raum im Haus.
 
Stuhl:  
 
Konstruktion zur Aussteifung des Dachwerkes, zur Unterstützung der Dachsparren oder -pfetten gegen Durchbiegung sowie zur Unterstützung der Kehlbalken bei der Aufnahme von Lasten, bestehend aus Stielen, Rähm, und Streben (siehe Dachstuhl).
 
Sturzriegel:  
 
Riegel oberhalb eines Fensters, einer Tür, einer Luke oder Klappe oder eines Durchganges.
 
Sumpfkalk:  
 
mit viel Wasser gelöschter Branntkalk, der danach über längere Zeit in einer Kalkgrube mit viel Wasser gelagert und dabei bis auf feinste Partikelgrößen zerkleinert und nachgelöscht wird, für feine Putz- und Stuckarbeiten.(M. Schrader u.a., Bauhistorisches Lexikon, 2003)
 

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