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Lagerhölzer:  
 
Holzfußböden tragende balkenähnliche Hölzer, auf preußischer Kappendecke oder den Erdboden im Erdgeschoß gelegt.
 
Landarbeiter:  
 
in landwirtschaflichen Betrieben/Gütern beschäftigte Lohnarbeiter.
 
Längsaufschluß:  
 
giebelseitige Erschließung des Hauses.
 
Längsdielenhaus (Längsflurhaus):  
 
Gebäude, bei dem ein Flur parallel zum First durch das Haus verläuft (märkisches Dielenhaus, Giebelvorlaubenhaus, Nuthe-Nieplitz-Haus).
 
Langstreifenflur:  
 
Gliederung der Flur in lange, schmale Streifen, welche dem Relief angepaßt waren, als Flurformentyp mit und ohne Hufenverfassung vorkommend.
 
Laube:  
 
nach drei Seiten offene Konstruktion, deren Dach oder Decke von Stielen getragen wird, siehe 'Giebelvorlaube', 'Traufseitlaube', (meist zur Schaffung eines überdachten Freiraumes vor dem Haus), 'Oberlaube'.
 
Leergespärre/ Leergebinde:  
 
nur aus dem Sparrenpaar und dem Dachbalken gebildeter Teil des Dachwerkes (im Gegensatz: Bindergespärre).
 
Leersparren:  
 
bei der Umdeckung von Stroh/Rohr auf Ziegel reichen die vorhandenen Sparren nicht mehr aus, die schwereren Ziegellasten zu tragen, es werden nachträglich zusätzliche Zwischensparren oder L. eingezogen, die normalerweise nur mit einem Kehlbalken, nicht aber mit den Stützen des einfach oder doppelt stehenden Stuhles ausgestattet sind. (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 382)
 
Lehen/Lehn:  
 
ein unter bestimmten Bedingungen verliehenes Nutzungsrecht über eine Sache, zumeist ein Gut mit dazugehörendem Boden und Herrschaftsrechten über die dort lebenden Untertanen, der Besitz des Lehen verpflichtete den Belehnten (Vasall) zur Treue und Dienstleistung gegenüber dem Lehnsherren und letzterem zum Schutz seines Vasallen.(A. Andreae u.a., Die Herrenhäuser des Havellandes, 2001)
 
Lehmestrich:  
 
festgestampfter, luftgetrockneter Lehmfußboden, der in Wohnräumen dem gedielten Fußboden vorausging, in der Scheune wurde auf der Lehmtenne gedroschen.
 
Lehmflechtwerk:  
 
Ausfachung mit Staken, Wickelhölzern und Lehmbewurf.
 
Lehmmörtel:  
 
Mörtel mit Lehm als Bindemittel, der durch Austrocknen erhärtet, sich aber bei Einwirkung von Wasser wieder erweicht, er wird für die Ausstakung der Gefache und beim Ausmauern der Gefache mit Backstein verwendet und gegen Feuchtigkeit mit einem dünnen Kalkputz veredelt.(M. Schrader u.a., Bauhistorisches Lexikon, 2003)
 
Lehmpatzen:  
 
in Formen durch Handstrichverfahren hergestellter Baustein, der nach der Lufttrocknung verarbeitet wird, hat größere Abmessungen als der Lehmziegel.
 
Lehmputz:  
 
er findet vorwiegend bei der Fachwerbauweise seinen Einsatz und wird zur Verhinderung der Rissbildung mit Kälberhaaren armiert und anschließend im Außenbereich zur Wetterfestigkeit mit einem dünnen Kalkputz überzogen, zur besseren Haftung wird dafür der Lehmputz an der Oberfläche gekratzt.(M. Schrader u.a., Bauhistorisches Lexikon, 2003)
 
Lehmschlag:  
 
aus Lehm unter Zusatz verschiedener Stoffe hergestellter Fußboden, besonders im Dachboden, Nebenräumen und Scheunen.
 
Lehmstaken:  
 
häufig durch Spaltung hergestellte Hölzer, die - mit Stroh-Lehm-Gemisch umwickelt - in Löcher und Nuten der Riegel/Streben eingesetzt werden.
 
Lehmstakenfach-werk:  
 
Ausfachung zwischen den Ständern/Stielen mit Stampflehm oder Lehmstroh oder mit Kombinationen aus Holz und Lehm.
 
Lehmziegel (Lehmstein, Luftziegel, Adobe):  
 
ungebrannter Stein aus gemagertem Lehm, der in steingroßen Holzformen an der Luft getrocknet wird, zur Ausmauerung der Gefache vom 16. bis Anfang des 20.Jh. gebräuchlich.
 
Lehnschulze:  
 
ein zumeist von der Gemeinde gewählter Bauer, der stellvertretend für den Landesherren die Rechtsgewalt im Dorf ausübte und dafür seinen Hof als ein freigewilligtes Lehen besaß(Die Herrenhäuser des Havellandes, Herausgeber: A. Andreae, U. Geiseler, 2001)
 
Lehnschulzengut:  
 
Hof des Lehnschulzen, der meist mit mehr Hufen ausgestattet war als bäuerliche Höfe, wie die Rittergüter war das Lehnschulzengut von der Grundsteuer befreit, vor allem seit dem 16.Jh. waren die Rittergutsbesitzer bestrebt, durch Übernahme der Lehnschulzengüter ihre Ländereien zu vergrößern bzw. neue Rittergüter auf ihnen zu gründen.(Die Herrenhäuser des Havellandes, Herausgeber: A. Andreae, U. Geiseler, 2001)
 
Leibeigenschaft:  
 
die persönliche Abhängigkeit der bäuerlichen Bevölkerung im mittelalterlichen Grundherrschaftssystem, die L. war erblich und wurde in Preußen am Ende des 18. Jh. abgeschafft.
 
Leimen:  
 
andere Bezeichnung für Lehm.
 
Leinöl:  
 
ausgepresstes Öl aus dem Leinsamen (getrockneter Flachssamen), Basis für Farben und Anstrichmittel, wetterfester Anstrich auf Holz, Trocknungszeit 4-8 Tage.
 
Leinölfirnis:  
 
das Leinöl erhält zur schnelleren Trocknung einen Zusatz aus Metallen (Blei, Mangan, Kobalt) mit organischen Säuren (Fettsäuren).
 
Leinölkitt:  
 
Glaserkitt aus Leinöl und Kreide (auch mit Zusätzen von Bleiglätte oder Mennige).
 
Lesesteine:  
 
kleine Natur-/Feldsteine, die aufgesammelt/aufgelesen werden, Einsatzgebiet: Fußbodenbelag, Pflaster, Tropfpflaster im Traufbereich (Weicheindeckung ohne Regenrinne).
 
Lokator:  
 
der im Rahmen der feudalen deutschen Ostexpansion (Mittelalter) mit der Errichtung einer neuen Siedlung vom Grundherrn beauftragte Unternehmer (warb Siedler an und stattete sie mit Neuland aus), der zumeist einen größeren Landanteil als die übrigen Bauern erhielt und verschiedene Privilegien hinsichtlich der Abgaben und Dienste besaß, in der Regel zudem das Amt des Schulzen, die niedere Gerichtsbarkeit, ausübte, aus ihm entwickelte sich in späteren Jahrhunderten der niedere Adel.(H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 389)
 
Luch:  
 
Bezeichnung für Bruch oder Sumpf.
 
Luchten:  
 
breite, zur Diele hin offene Abseitennischen niederdeutscher Hallenhäuser, die mit Hilfe von Luchtriegeln gewonnen werden, sie dienten als Wohnraum, als dergleichen Häuser noch stubenlos waren, später als Eß- und Arbeitsraum.(K. Baumgarten, Das Bauernhaus in Mecklenburg, 1965, S.91)
 
Luchtriegel:  
 
waagerechtes Sturzholz über der Luchtöffnung.
 

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