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Kalkputz:  
 
historische Putztechnik aus gelöschtem Kalk und Sand oder aus Sumpfkalk und Sand, heute mit geringen Zusätzen an Weißzement, der zum Aushärten bis zu 4 Wochen benötigt.(M. Schrader u.a., Bauhistorisches Lexikon, 2003)
 
Kammer:  
 
ungeheizter Raum im Wohnhaus oder Stallgebäude.
 
Kammerfach:  
 
im niederdeutschen Hallenhaus hinter der Diele am rückwärtigen Giebel liegender Wohnteil.
 
Kantholz:  
 
kantig bearbeitetes Holz, das aus dem Baumstamm durch Spalten, Bebeilen oder Sägen gewonnen wird.
 
Kate:  
 
volkstümliche Bezeichnung für ein einfaches einstöckiges Wohnhaus, in dem mind. 2, meistens 4 Familien untergebracht waren (Hirtenkate, Landarbeiterkate). (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S.381)
 
Kehlbalken:  
 
horizontaler Balken in einem Sparrenpaar, der bei größerer Sparrenlänge zur Unterstützung und Verbindung der Sparren dient, er ist mit den Sparren verblattet oder verzapft und in jedem Gespärre angeordnet.
 
Kehlbalkendach, mit doppelt stehendem Stuhl:  
 
der Kehlbalken liegt auf zwei Längspfetten, die vom doppelt stehenden Stuhl getragen werden, bis 10 m Haustiefe.
 
Kehlbalkendach, mit einfach stehendem Stuhl (Reiterverband):  
 
der Kehlbalken wird einmal in der Mitte durch einen Ständer unterstützt, bis 7,5 m Haustiefe.
 
Kehlbalkendach, (ohne Stuhl):  
 
Sparrendach mit Kehlbalken, mindestens seit dem Mittelalter bis um 1850 in der brandenburgischen ländlichen Volksbauweise verwendete Dachkonstruktion, bei der Sparren, Dach- und Kehlbalken ein unverschiebliches Dreieck bilden. (H. J. Rach u.a., Fachwerkbauten, 1992, S.62)
 
Kleingewannflur:  
 
kurze, streifig parzellierte Gewanne in geschlossener Fläche.
 
Klopfbrett:  
 
Holzbrett mit Griff oder Stiel in unterschiedlicher Ausführung, mit dem der Dachdecker die Halme (Weichdeckung) in die Bindung oder Naht treibt und dadurch dem Dachgefüge Halt gibt.
 
Knagge:  
 
längliches oder dreieckiges Winkelholz, zumeist unter einer Geschoßvorkragung, zwischen Balkenkopf und Ständer/Stiel, wird auch als Schmuckelement genutzt.
 
Kniestock:  
 
hölzerne Wand-Konstruktion, die gewöhnlich weniger als einen Meter, also nur kniehoch, in den Dachraum hineinreicht, sie entsteht durch a) Anbinden mit Saumschwelle, b) durchgezapfte Ankerbalken, c) vertieftes Einzapfen der Deckenbalken in die Ständer, d) Versenken, d.h. Tieferlegen des Balkens auf die Brustriegel der Außenwand und hat einen doppelten Zweck: größeren Dachraum nach unten zu gewinnen und niedrige, d.h. wärmere Wirtschafts- und Wohnräume zu schaffen.
 
Kochofen:  
 
besondere Ofenart, bei der Koch- und Heizfunktion vereint war.
 
Kolbenschilfrohr:  
 
Schilfart mit kolbenförmigen Blütenständen und kräftigen Halmen, im Spreewald heißen Pflanze und Deckmaterial 'Rogos'.
 
Kolonie:  
 
Bezeichnung für die seit dem 18. Jh. planmäßig angelegten Siedlungen am Rande oder auf dem Areal bestehender Dörfer oder Einzelgehöfte.
 
Kolonistenhaus:  
 
der vor allem von der friderizianischen Kolonisation bevorzugte Haustyp, der trotz verschiedener Modifikation fast immer ein aus dem mitteldeutschen Ernhaus entwickeltes einstöckiges Fachwerkgebäude war, häufig für 2 Familien, also ein sog. Doppel-Haus. (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 381)
 
Kopfbänder:  
 
Winkelholz zwischen Ständer/Stielen und Balken oder Rähm.
 
Koppelwirtschaft:  
 
Form der Feld-Gras-Wirtschaft, bei der die Feldflur in Koppeln bzw. Schläge unterteilt ist, abweichend von der holsteinischen und mecklenburgischen Form gründete sich die märkische Wechselwirtschaft auf den Hackfruchtanbau, seit der Mitte des 18. Jh. auf großen Gütern üblich.
 
Kossäten:  
 
(=Kotsassen, der Name wurde im 12. Jh. von den Niederländern in die Mark gebracht). Sie besaßen zunächst nur ein Haus und etwas Gartenland und waren zu Handdiensten verpflichtet (hielten in der Regel kein Spannvieh), bereits im Verlaufe des Spätfeudalismus gelang ihnen mehrfach die Übernahme von etwas Ackerland (bis zu einer Hufe), so daß ein Teil von ihnen seit dem 18. Jh. zu den kleinen Bauern zu rechnen ist, die Mehrzahl der Kossäten blieb jedoch trotz eines gewissen Anteils agrarischer Eigenproduktion auf zusätzliche Lohnarbeit in der Landwirtschaft (vor allem bei den größeren Bauern) und im handwerklichen oder gewerblichen Bereich angewiesen. (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 381)
 
Kratzputz:  
 
mit mehrzinkigem Kamm eingekratzte Wellen-, Strich- oder Gittermuster im Lehm der Gefache, dessen Fläche als Putzträger rauh sein soll, Kratzputz wurde aber auch auf Sicht angebracht.
 
Kreuzstockfenster:  
 
Fensterform, bei der die Öffnung durch ein Kreuz geteilt ist, das (beim älteren Fachwerkbau) zum Fachwerkgerüst gehört.
 
Krüppelwalmdach:  
 
in der Mark Brandenburg häufig verwendete Variante des Walmdaches, während beim Vollwalmdach die gesamten Giebelsparren nicht senkrecht stehen sondern an das vorletzte Sparrenpaar angelehnt werden, beginnt die Schräge beim Krüppelwalm zumeist erst oberhalb des Kehlbalkens.(H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 381)
 
Kübbung:  
 
niedriges Seitenschiff im niederdeutschen Hallenhaus, zwischen tragender Ständerreihe und Außenwand.
 

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