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Hahnebalken:  
 
kurzer Spannbalken im oberen Sparrendreieck bei breiten Sparren- oder Kehlbakendächern, der die Dachsparren gegeneinander abstützt.
 
Hänge-und Reithölzer:  
 
zwei miteinander winklig verbundene Holzstangen, die zum Schutz und zur Stabilisierung des Stroh- und Reetdachfirstes wie ein Reiter auf die Firstdeckung gestülpt werden.
 
Hängewerk:  
 
Konstruktion zur Ableitung der Last von der Mitte eines Balkens auf seine Enden, auf dem zu entlastenden Balken sitzt mittig die Hängesäule, in die zwei Streben am oberen Ende eingezapft sind und sie nach oben drücken, die Streben stehen auf den seitlichen Balkenenden.
 
Haufendorf:  
 
unregelmäßig, nach keinem festen Schema angelegte, oft historisch allmählich gewachsene ländliche Siedlung, der insbesondere eine ordnende Wegführung fehlt. (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 381)
 
Hausformen-landschaft:  
 
bestimmtes geographisches Gebiet mit allen darin anzutreffenden unterschiedlichen Hausformen. Zum Unterschied von Hauslandschaften als bestimmtes geographisches Gebiet im Hinblick auf alle Formen eines einzigen Haustyps.
 
Hauslandschaft:  
 
geographisches Gebiet mit allen Formen eines Haustyps.
 
Häusler ('freie Tagelöhner'):  
 
in der Mark Brandenburg seit dem 18. Jh. häufiger als Büdner (siehe 'Büdner' ) verwendete Bezeichnung für einen Dorfbewohner mit Haus oder Doppelhaushälfte und teilweise etwas Gartenlandbesitz (2-10 Morgen, später bis zu 30 Morgen), da der Ertrag ihres Bodens nicht ausreicht, sind sie auf zusätzliche Lohnarbeit angewiesen oder ernährten sich durch handwerkliche oder gewerbliche Tätigkeiten. (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 381)
 
Hektar (ha):  
 
1 ha = 100 a = 10.000 m²
 
Herd:  
 
ummantelte Feuerstelle, die vorwiegend dem Kochen/Braten dient und nicht wie der Ofen dem Beheizen von Räumen.
 
Herdrahmen:  
 
über dem Herd angebrachter, hölzener Rahmen, zum Schutz vor Funkenflug.
 
Herdwand:  
 
beim niederdeutschen Hallenhaus die Wand zwischen Flett und Wohnteil (Stube, Kammer), an der die Feuerstelle liegt.
 
Hille:  
 
Obergeschoß des Seitenschiffes eines niederdeutschen Dielenhauses über den Ställen.
 
Hinterflurküche:  
 
Küche, in traufseitig erschlossenen Gebäuden, die hinter dem Flur gelegen und über diesen erreichbar ist.
 
Hinterlader:  
 
Ofen, der nicht von der Stube, sondern durch die Wand hindurch vom Herdraum, von der Küche oder vom Flur aus beheizt wird.
 
Hirnholz:  
 
Querschnittsfläche am Holz.
 
Hochrähmzimme-rung:  
 
Zimmerungsform, bei der das Rähm mit Abstand oberhalb der Ankerbalken/Balkenlage auf die Ständer gelegt ist.
 
Hof- (Guts-) Tagelöhner:  
 
mit festem Kontrakt zum Großbauern oder Gutsherrn, er erhielt neben einem bestimmten Tagelohn vor allem kostenlosen Wohnraum und ein gewisses Deputat (Korn, Brennmaterial, Viehfutter u.a.), häufig mußte er eine zweite bis dritte Arbeitskraft (Ehefrau, Sohn oder Tochter) als Arbeitskraft zur Verfügung stellen.
 
Holznagel:  
 
längliches, von Hand (meistens aus Eiche) gespaltenes und bestoßenes Holzstück von quadratischem oder achteckigem Querschnitt (18-26 mm) und 160 bis 260 mm Länge mit verdicktem Kopfende, einziges zusätzliches Verbindungsmittel der Hölzer bei Verzapfungen/Verblattungen, bis in das 19. Jh. gebräuchlich.
 
Hörigkeit:  
 
im Feudalismus bestehendes Abhängigkeitsverhältnis der Bauern, die Hörigen bewirtschafteten ihr eigenes Land, waren aber zu Zinsleistungen und Frondiensten an den Grundherrn verpflichtet, sie konnten nur mit dem Grundbesitz zusammen verkauft werden, daher wird die H. auch als Grundhörigkeit bezeichnet.
 
Hufe(n):  
 
Landstück (1-3 Hufe), das bei der Aufsiedlung einem Vollhüffner, also Bauern-Siedler, zur Nutzung übergeben wurde, eine bäuerliche Familie benötigte zu ihrer eigenen Ernährung 1 Hufe, die sie alleine bewirtschaften konnte. 1 Hufe=30 preuß. Morgen (1 preuß. Morgen=0,25ha)= 7,5 ha, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Ackerbonität ergaben sich im Berliner Raum Hufengrößen zwischen 7 und 13 1/2 Hektar (fränk. Hufe 37 ha, sächsische Hufe 12 ha, flämische Hufe 16,8 ha), später verstand man unter einer Hufe zumeist 30 (magdeburgische ) Morgen, also eine Fläche von 5.400 Quadratruten = 76.696,75 qm = 7,66 Hektar, die Jüterborger Hufengröße ergibt sich aus der Umrechnung der flämischen Hufe in 30 flämische Morgen zu je 56 ar - das ergibt 16,8 ha pro Hufe, der flämische Morgen bestand wiederum aus 300 Quadratruten, jede zu 18,66 Quadratmeter, eine Seitenlänge jeder Rute von 4,32 Metern.
 
Hüfner:  
 
in der Feudalzeit in der Mark Brandenburg übliche Bezeichnung für einen Bauern, der einen eigenen Hof mit Spannvieh bewirtschaftete und mit mindestens 1 Hufe Land ausgestattet war (Vollhüfner, Zwei-, Drei-, Vierhüfner), durch Teilung entstanden Halb- und Viertelhüfner.
 

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