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Galerie:  
 
balkonartiger Vorbau (Laubengang im Obergeschoß), zumeist nur traufseitig, z.T. einziger zugang zu den Kammern im OG.
 
Galgenfenster:  
 
zweiflügeliges Fenster mit einem ungeteilten Oberlicht.
 
Gärtner:  
 
frühere Bedeutung: Kleinlandwirt, Kleinstbauer mit Haus- und geringem Landbesitz, welche ursprünglich nicht an der Hufenflur beteiligt waren, siehe auch Kossät.
 
Gassendorf:  
 
Ortsform mit relativ schmaler, nicht dem Durchgangsverkehr dienender Gasse und Gehöften auf beiden Seiten.
 
Gaube:  
 
Dachöffnung mit senkrechter Vorderseite, die der Belichtung/Belüftung des Dachraumes dient.
 
gebeilter Balken:  
 
ein mit dem Breitbeil und nicht mit der Säge kantig bearbeitetes Bauholz, das an seiner typischen Oberflächenstruktur erkennbar ist.(M. Schrader u.a., Bauhistorisches Lexikon, 2003)
 
Gebind:  
 
Längenmaß niederdeutsch geprägter Gebäude, in der Bedeutung: ein Paar Ständer/Stiele in der Querverbindung.(K. Baumgarten, Das Bauernhaus in Mecklenburg, 1965, S.89)
 
Gebinde:  
 
konstruktive Einheit aus tragenden, sich gegenüberstehenden Ständern und sie verbindenen Querbalken sowie dem Sparrenpaar, sie bilden eine Querscheibe innerhalb des Fachwerkgerüsts.
 
gebundenes (geschächtetes) Dach:  
 
Decktechnik für Reet- und Strohdächer, bei der die ausgebreiteten Bunde mit einem hölzernen Bandstock oder heute mit einem Vorlege-, Spann-oder Schachtdraht auf die Traglattung geklemmt und festgebunden werden.
 
gebundenes System:  
 
wenn der Dachbalken mit dem Sparrenpaar (Binder) gekoppelt ist und mit den Ständern/Stielen in einer senkrechten Ebene liegt.
 
Gefach:  
 
rechteckige, trapezförmige oder dreieckige Wandfläche zwischen Riegeln und Ständern/Stielen, die mit Staken, Strohgeflecht, Bohlen, Lehm oder mit Backstein gefüllt ist (langrechteckige Gefache sind älter als quadratische).(W. Radig, Das Bauernhaus in Brandenburg und im Mittelelbegebiet, 1966, S.22)
 
Gefüge:  
 
1. hauskundlich für kulturgeschichtliche Analyse eines Gebäudes, 2. technisch für die konstruktive Gesamtheit eines Hauses, 3. konstruktiv für Einzelheiten der Hauskonstruktion.
 
Gefügeknoten:  
 
Kreuzungspunkt zweier oder mehrerer sich kreuzender oder aneinander stoßender Holzteile in einem Fachwerkgerüst.
 
Gemarkung:  
 
Gesamtheit der zu einer Gemeinde gehörenden Fläche, besteht aus der Feldmark mit Allmende, Acker, Wiese und Weide, Ödland sowie der Siedlung, dem Wald und den Gewässern. (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 380)
 
Gemengelage:  
 
gestreute Lage von Besitzparzellen in der Flur oder in einem Teil der Flur.
 
genähtes Dach:  
 
Decktechnik für Reet- und Strohdächer, bei der die ausgebreiteten Bunde mit einer Nadel (spezieller Kettenstich) an der Lattung fixiert werden, im Unterschied zum gebundenen Dach wird die Vorlegestange zum Niederdrücken der Bunde nach dem Nähen wieder entfernt.
 
Gerüst:  
 
Verband zum Tragen des Daches: als Innengerüst wie beim niederdeutschen Hallenhaus oder als wandständigriges Gerüst wie beim quergeteilten Wohn-Stall-Haus und Doppelstuben-Haus (in den Außenwänden) oder als Außengerüst (außerhalb der Außenwände) wie beim Giebel-/Umgebindehaus.
 
Gerüstbau:  
 
Sammelbegriff fü alle Bauweisen, bei denen ein (Holz-)Gerüst das Dach trägt, im Gegensatz zum Massivbau.
 
gesägter Balken:  
 
ein mit einer Säge bearbeitetes kantiges Holz - im Gegensatz zum gebeilten Balken, ist im Vergleich zum gebeilten Balken weniger widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen.(M. Schrader u.a., Bauhistorisches Lexikon, 2003)
 
Geschoß:  
 
Etagenbildung, bei der die Decke in die durchgehenden senkrechten Wandständer eingehängt ist.
 
Geschoßbau:  
 
Fachwerkbauweise mit von der Schwelle bis zur Traufe durchgehenden Ständern, in die die Geschoßbalken (Deckenbalken) der einzelnen Etagen eingezapft, angeblattet oder durchgezapft sind, regional auch Ständerbau, zum Unterschied vgl. Stockwerkbau.(K. Baumgarten, Das Bauernhaus in Mecklenburg, 1965, S.95)
 
Gesims:  
 
Übergang vom Dach zur Längsaußenwand.(E. Deutschmann, Lausitzer Holzbaukunst, 1959, S.178)
 
Gesinde (Nichttagelöhner):  
 
G., das landwirtschaftliche (auch häusliche) Arbeit gegen Lohn, Wohnung und Verpflegung verrichtete, nicht stundenweise sondern sie mußten 'mit ihrer ganzen Kraft und Zeit beständig zur Disposition stehen', seit dem 30-jährigen Krieg dienten ihre Kinder nach der Schulzeit für 2-4 Jahre bei der Gutsherrschaft (Gesindezwangsdienst).(Th. von der Goltz, Die ländliche Arbeiterfrage, 1874, S. 12)
 
Gespärre:  
 
1. Sparrenpaar, 2. Gesamtheit aller Sparren.
 
Gewann:  
 
unter den Bedingungen der im Feudalismus vorherrschenden Dreifelderwirtschaft wurde der größte Teil der Ackerfläche in 3 zusammenhängende Komplexe, Gewanne, geteilt. Innerhalb jedes Gewannes hatte jeder Bauer - seiner Hufenzahl entsprechend - eine oder mehrere Parzellen, die mit anderen meist streifenförmigen Ackerflurstücken im Gemenge lagen, die sich daraus ergebende Verpflichtung zur einheitlichen und gemeinsamen Bewirtschaftung des gesamten Ackerlandes, der Flurzwang, wurde erst mit der Separation überwunden. (H. J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 381)
 
Gewannflur:  
 
eine in Gewanne aufgeteilte Flur, sie ist für ältere Dörfer typisch und bezeichnet einen Verband gleichlaufender, streifenförmiger Besitzparzellen, vorrangig auf Lössboden (hervorgerufen durch Dreifelderwirtschaft), bei der regelmäßigen Form waren mittelgroße bis große, vorwiegend geradlinig begrenzte Gewanne, entsprechend der Hufenzahl, in Parzellen gegliedert.
 
Giebelbrett (Windbrett):  
 
Kantenschutzhölzer für den Ortgang am Giebel von Satteldächern, welche die Dachdeckung z.B. gegen Windsog schützen, insbesondere die sägeartig ausgeschnittene Zahnleiste.(M. Schrader u.a., Bauhistorisches Lexikon, 2003)
 
Giebeldreieck:  
 
dreieckiger Wandabschnitt der Giebelseite.
 
Giebelgebinde:  
 
nur der Giebelseite vorgeblendetes Gebinde (siehe auch 'Umgebinde').
 
giebelständig:  
 
das Gebäude steht mit der Giebelseite zur Straße.(W. Radig, Das Bauernhaus in Brandenburg und im -Mittelelbegebiet, 1966, S.13)
 
Giebelvorlaubenhaus:  
 
längsgegliedertes Haus mit einer ebenerdigen Laube, die in der Giebelseite aus Stielen besteht, die das Dach oder das Obergeschoß tragen, die Giebelvorlaube dient in erster Linie zur Unterfahrt von Wagen. (W. Radig, Das Bauernhaus in Brandenburg un dim Mittelelbegebiet, 1966, S.48)
 
Giebelwand:  
 
rechteckiger Wandabschnitt der Giebelseite.
 
Giebelzier:  
 
gekreuzte Windbretter, die zu Tierköpfen (Pferde-, Schwanenpaar u.a.) ausgebildet sind oder ein Giebelpfahl bzw. ein Giebelbrett, das senkrecht am First angebracht und als Kreuz, Kugel oder Vase ausgeschnitten ist.(W. Radig, Das Bauernhaus in Brandenburg und im Mittelelbegebiet, 1966, S.95)
 
Grundherr:  
 
mittelalterliche Bezeichnung für die Besitzer an Grund und Boden, denen Bauern leistungspflichtig waren, auch Fronherr oder Feudalherr genannt.
 
Grundherrschaft:  
 
Herrschaft über Land und die darauf ansässigen Leute, sie wird von König, Adel und der Kirche ausgeübt und vereinigt im Hochmittelalter grund-, leib- und gerichtsherrliche Elemente in sich.
 
Grundschwelle (Saumschwelle):  
 
horizontales, wandtragendes Holz, das unten auf einer Sockelmauer oder auf dem Boden aufliegt.
 
Guts-Bauern-Flur:  
 
charakterstisch war das Vorhandensein eines Gutsbetriebes neben bäuerlichen Wirtschaften auf einer Feldmark, Gutsland und Bauern-Flur bestanden getrennt voneinander.
 
Gutsflur:  
 
die gesamte Feldmark gehörte zur Gutswirtschaft, die Flur war je nach Fruchtfolgesystem in Schläge oder Koppeln (Gutsblöcke) eingeteilt, die Gutsflur wurde durch Tagelöhner bzw. Landarbeiter, welche überwiegend im Gutsdorf ansässig waren und mit Hilfe dienstpflichtiger (früher leibeigener) Bauern bewirtschaftet.
 
Gutsherrschaft:  
 
zwischen dem 13. und 16. Jh. ausgebildete Form des Großgrundbesitzes, gekennzeichnet durch Grund-, Leib- und Gerichtsherrschaft, im 19. Jh. wurde der Gutsbezirk einer Landgemeinde gleichgestellt, im Zuge der Bauernbefreiung entfiel die politische Obrigkeitsstellung, jedoch blieb die wirtschaftliche Vorherschaft erhalten, 1927 Auflösung der Gutsbezirke.
 
Gutswirtschaft:  
 
landwirtschaftlicher Großbetrieb, der Gutsbesitzer nimmt als Grundbesitzer die Bewirtschaftung auf eigene Rechnung vor und besitzt sämtliche Produktionsmittel, seine Arbeitskräfte, freie oder unfreie Knechte, werden auch als Tagelöhner bezeichnet, ihren Lohn erhielten sie in Geld und Naturalien.
 

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