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Abbund:  
 
auf dem Abbundplatz entsteht eine einbaufertige Holzkonstruktion, A. umfaßt das Anreißen und Schneiden der Hölzer, das Kennzeichnen und Zusammenfügen der Hölzer (auf ebener Erde aufgelegt) für den späteren Aufbau auf der Baustelle.
 
Abbundseite:  
 
Ansicht einer Fachwerkwand (Bundseite), die beim Abbund oben liegt und auf der die Verbindungen vom Zimmermann angerissen werden.(M. Schrader u.a., Bauhistorisches Lexikon, 2003)
 
Abbundziffer/-zeichen:  
 
Zimmermannszeichen zur Kennzeichnung der Einzelteile einer Holzkonstrukltion je nach ihrer späteren Position im Bauwerk, römische oder arabische Ziffern, Stiche/Ruten, Zeichen, eingeschlagen, eingeritzt oder mit Blaukreide markiert.
 
Abgaben:  
 
Verpflichtung der Bauern/Hüfner/Kossäten (bis zur Bauernbefreiung, ca.1815), an Grundherrn/Kirche/Gemeinde/Schule/Staat jährlich eine festgelegte Menge an Geld und Naturalien zu zahlen.
 
abgehängte Decke:  
 
die Deckenbalken liegen unterhalb der Dachbalkenebene (siehe auch Senkbalken).
 
Ablösung:  
 
Bauer, Kossät, Büdner konnten sich ab 1760, verstärkt ab 1815 (preußische Agrarreform), durch Zahlung eines einmaligen Betrages aus den Abgaben- und Leistungspflichten gegenüber dem Adel/Grundbesitzer ablösen.
 
Abseite:  
 
beim ERNHAUS zunächst sekundärer, einseitiger Anbau, in dem an das Kehlbalkendach weitere Sparren für die Grundrißvergrößerung angeschleppt wurden, ab Ende 18. Jh. (beim Ernhaus mit 1 Abseite) ursprünglich vorgesehen, ursprünglich sind A. beim HALLENHAUS (auch Kübbung genannt).
 
Ackerbürgerhaus:  
 
Haustyp von Bürgern einer Stadt, die neben ihrem städtischen Beruf Landwirtschaft zur Selbstversorgung betrieben.(M. Schrader u.a., Bauhistorisches Lexikon, 2003)
 
Adobe:  
 
getrockneter, ungebrannter Lehmziegel (Ägyptischer Ziegel).
 
Alkoven:  
 
fensterlose Bettnische (offen oder durch Vorhang, Klappladen verschließbar).
 
Allmende:  
 
gemeinschaftlicher Besitz der Dorfgemarkung: Waldungen, Gewässer und Weideflächen.
 
Altenteil/Ausgedinge:  
 
Raum/Wohnung, den der Eigentümer einer Bauernstelle im Rahmen eines zumeist schriftlich fixierten Vertrages über den Umfang der Natural-, Dienst- und Geldleistungen seinen Eltern zur Verfügung zu stellen hatte. Ursprünglich nur Nutzungsrecht der einzigen Stube mit 'Sitz am Ofen', später zumeist separate Stube und Kammer, vereinzelt sogar eigenes Altenteil- oder Auszugshaus.
 
Altsteinzeit:  
 
Paläolithikum, bis in das 9. Jahrtausend v. Chr.
 
Amt:  
 
in der Mittelmark seit dem Ende des 15. Jh. üblich werdende Bezeichnung für den Verwaltungssitz landesherrlicher Territorien, übte bis 1849 größtenteils auch die Patrimonialjustiz und bis 1872 die Polizeigewalt in den zugehörigen Dörfern aus, häufig konnten in den außerhalb der Amtssitze gelegene Amtsvorwerke die Dienste geleistet und die Abgaben entrichtet werden. (H.- J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 379)
 
Andreaskreuz:  
 
Überkreuzung zweier gleich langer Hölzer (überblattet) in X-Form zur Verstrebung und Aussteifung sowie an Fassaden zur Ausschmückung, nach dem liegenden Kreuz benannt, an das der heilige Andreas angeschlagen wurde.(W. Radig, Das Bauernhaus in Brandenburg und im Mittelelbegebiet, 1966, S.42)
 
Angerdorf:  
 
planmäßig angelegte Siedlungsform, deren zentraler, oft spindelförmiger Platz, der Anger, von 2 an den Dorfenden sich wieder vereinenden Wegen umgeben ist. Während die einzelnen Gehöfte an den Außenseiten der beiden Wege lagen, wurde der ursprünglich im Gemeinschafts- (Gemeinde-) Besitz befindliche Anger zu kommunalen Zwecken genutzt und bis zu Beginn des 19. Jh. höchstens mit diesbezüglichen Bauten (Kirche, Schmiede, Gemeindebackhaus, Hirtenhaus u.a.m.) versehen. (H.- J. Rach, Die Dörfer in Berlin, 1988, S. 379)
 
Ankerbalken:  
 
waagerechte, quer zum First verlegte Balken zur Aufnahme von horizontalen Zugkräften, sie sichern die Außenlängswände (Ständerreihen) gegen den vom Sparrenwerk ausgeübten Schub nach außen, oberhalb als auch unterhalb der Rähme eingefügt, mit 'Zapfenschloß'.(G. Altekamp, Alte Bauernhäuser im Taschenmuseum, 1986, S. 10)
 
Anriß:  
 
durch den Zimmermann auf die Oberfläche eines bereits bearbeiteten Holz-Konstruktions-Elementes (Ständer/Rähm/Strebe/Schwelle etc.) eingeritzte Markierung, mit dem die Lage des noch einzuschlagenden Zapfenlochs für den Zapfen eines Riegels markiert wird.
 
Anschlag:  
 
Fläche, an der das bewegliche Teil (Türblatt, Fensterflügel) entweder ohne Falz stumpf aufschlägt oder stumpf in einen Falz einschlägt oder mit einem Falz versehen überfälzt anschlägt.(M. Schrader u.a., Bauhistorisches Lexikon, 2003)
 
Antritt:  
 
erste Stufe einer Treppe.
 
aufgedoppelte Brettertür:  
 
die Außentür wird auf der Außenseite mit einer zweiten Schicht aufgedoppelt (zur Stabilitätsverbesserung und/oder Verschönerung).
 
Auflanger:  
 
Hölzer beim mehrschiffigen niederdeutschen Hallenhaus, die an den Fußenden der Sparren ansetzen und auf die niedrigen Abseiten-Außenwände hinabreichen, sie tragen die Dachdeckung der Abseite.
 
Aufschiebling:  
 
auf oder seitlich an den Sparrenfuß und den Dachbalkenkopf angenageltes Holzstück, durch das der Fußpunkt der Dachdeckung vor die Wand verlängert wird (Dachüberstand).
 
Aufschluß:  
 
Zugang zum Haus durch Türen und Tore in der Außenwand, siehe 'Längs'- und 'Queraufschluß'.
 
Ausfachung:  
 
verschiedene Arten, Gefache zu schließen: a) Verbretterung (mit Deckleisten), b) mit Spalthölzern (Staken), von Ruten umwunden und mit Lehm verstrichen (Lehm-Flechtwerk), c) mit Backsteinen, d) mit in Nuten eingelassene Bohlen (ca. 3-8cm), Bohlenständerbau, e) mit 'blockstarken' Hölzern (12-20 cm) in Nuten der Ständer.(K. Bedahl, Historische Hausforschung, 1978, S.41)
 
Auskragung:  
 
siehe 'Vorkragung'.
 
Austritt:  
 
letzte Stufe einer Treppe.
 
Auszügler /Altsitzer:  
 
siehe 'Altenteil'.
 

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